Chile

Wie andere südamerikanische Länder hatte auch Chile in den 60er- und 70er-Jahren eine eigene, wenn auch relativ kleine Spielzeugindustrie. Verschiedene Firmen brachten preiswerte Spielzeugautos aus Plastik auf den Markt, meist aber ohne Herstellerbezeichnung. Doch es gab auch mindestens einen Produzenten von Diecast-Modellen im angenäherten Massstab 1:43: Maestranza Metalúrgica Quilpué stellte bis Mitte der 70er-Jahre Modellautos her, die von zeitgenössischen Corgi- und Tekno-Produkten inspiriert, wenn auch keine exakten Kopien waren: Volvo PV 544 und P1800, VW Käfer, T1 Transporter und 1500, Land Rover sowie mehrere Lastwagen. Die Modelle hatten die Bezeichnung MMQ auf der Bodenplatte und waren auch unter dem Namen "Alfa" bekannt. Um Importzölle zu umgehen, wurden Ende der 60er-Jahre zudem Dinky-Toys-Modelle aus England im Zollfreihafen Arica zusammengebaut und in speziellen Schachteln für den chilenischen Markt verpackt. Ein Modellauto nach chilenischem Vorbild ist der Citroën 2 CV Citroneta mit offenem Kofferraum von Norev im Massstab 1:43, der 2005 in einer Sammelserie des französischen Hachette-Verlags erschien. The Diecast Club bietet Modelle in 1:43 der Citroneta sowie des ebenfalls in Chile hergestellten Citroën Yagan seit 2016 in einer Serie mit Autos auf Basis des Citroën 2 CV aus aller Welt an. Ende 2013 brachte Luppa Solutions in der in verschiedenen südamerikanischen Ländern verkauften Sammelserie "Autobuses del Mundo" einen Pullman-Trolleybus im Massstab 1:72 auf den Markt, nach einem Vorbild, das jahrzehntelang in Valparaiso im Einsatz war.

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