China

In den 70er-Jahren löste China Japan als führender Produzent von Blechspielzeug ab, ausserdem wurden - und werden - preiswerte Spielzeugautos aus Metall und Plastik hergestellt. Besonders wichtig war die Spielzeugproduktion zunächst in der damals noch britischen Kronkolonie Hongkong, wo ab den 50er-Jahren grosse Fabriken entstanden. Neben No-Name-Produkten und Spielwaren von westlichen Herstellern wurden in Hongkong auch Spielzeugautos einheimischer Produzenten wie Lucky Toys, Playart oder MC Toy gefertigt. In den 80er-Jahren wurde die Produktion aber immer stärker in die angrenzenden Provinzen auf dem chinesischen Festland verlagert. Seit den 90er-Jahren entstehen in China auch qualitativ hochwertige Diecast-Modelle für Sammler. Oft stammen sie von westlichen Anbietern, die aus Kostengründen in Fernost produzieren lassen: Minichamps, Detail Cars, Franklin Mint. Auch die britischen Traditionsbetriebe Matchbox und Corgi sowie Solido und Norev aus Frankreich haben ihre Produktion nach China verlagert. Nach dem Jahr 2000 wurde China zudem zum Produktionsstandort für detaillierte Resin-Modelle von Firmen wie Spark und Neo. Da China erst im 21. Jahrhundert eine grosse eigene Automobilindustrie entwickelte, sind Modelle nach chinesischen Vorbildern meist jüngeren Datums. Die Firma CMC zum Beispiel produzierte in den 90er-Jahren einen hochdetaillierten Jiefang-Lastwagen im Massstab 1:43 in mehreren Versionen. Mittlerweile stellen Firmen wie Century Dragon, CM Model, Kamo, China Auto Replicas, Guangdong Kaidiwei und andere Modelle historischer Staatskarossen, Lizenzbauten westeuropäischer und amerikanischer Autos sowie moderner chinesischer Eigenentwicklungen her, meist in den Massstäben 1:43 und 1:18. Ein Einblick in die mittlerweile riesige chinesische Modellauto-Produktion zeigt also sowohl Modelle der bekanntesten Hersteller als auch Raritäten nach chinesischen Vorbildern, die in Europa und den USA nur schwer zu finden sind.

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