Modellauto-Sammeln von A bis Z

Ein kleines Lexikon mit Hintergrundinformationen zu Modellautos und ihren Produzenten, Erklärung von Fachbegriffen, Tipps zur fachgerechten Lagerung und Literaturhinweisen.

Auf dieser Seite gibt es Informationen zu den folgenden Themen und Begriffen:

- Aufbewahren von Modellen
- Code 1, Code 2, Code 3
- Diecast-Modelle
- Erhaltungszustand eines Modells
- Ersatzteile
- Fälschungen
- Fotoätzteile
- Geschichte der Modellautos
- Kleinserienmodelle
- Literatur
- Massstab
- Modellauto-Hersteller
- Pflege von Modellautos
- Resin (Resine)
- Sammelserien (Kiosk-Modelle)
- Weissmetall
- Werbemodelle (Industriemodelle)
- Zinkpest

Ein Quellenverzeichnis mit den wichtigsten Büchern, Zeitschriften und Internet-Quellen, die zur Erstellung dieser Website verwendet wurden, gibt es hier.



Aufbewahren von Modellen

Das erste Problem beim Aufbewahren von Modellautos ist der Staub. Am besten sind die Modelle daher in Vitrinen geschützt. Geeignete Vitrinen findet man in fast jedem Möbelgeschäft, aber es gibt auch Anbieter, die sich auf Vitrinen spezialisiert haben, z.B. Adro, b+m Vitrinen, Presents Vitrinen, C&S Vitrinen, Animazing, Mancherlei-Vitrinen, Sora und Avitrina (vgl. auch diese Liste mit Bezugsquellen im englischsprachigen Raum). Das zweite Problem ist die Sonneneinstrahlung: Unter der Einwirkung von Wärme und Licht können die Farben ausbleichen und Kunststoffteile verformt werden. Deshalb ist vor allem bei Plastikmodellen Vorsicht geboten. Das dritte Problem schliesslich ist das Aufbewahren der Verpackung. Sie macht nämlich das Modell erst vollständig und steigert seinen Wert (siehe Erhaltungszustand). Einen übersichtlichen Dauerparkplatz für eine grosse Menge von Modellen kleineren Massstabs, die nicht Platz in einer Vitrine gefunden haben, und ihre Verpackungen bieten etwa Zeichnungsschränke mit niedrigen Schubladen, die eigentlich zur Aufnahme von Zeichnungsblättern oder Blaupausen gedacht sind.

Code 1, Code 2, Code 3

Codierungssystem für Sondermodelle, das ursprünglich vor allem bei Produkten der Firma Matchbox angewendet wurde. Ein Code-1-Modell stammt vollständig vom ursprünglichen Hersteller, ein Code-2-Modell wurde von Dritten mit der Genehmigung des Herstellers abgeändert, und ein Code-3-Modell wurde ohne dessen Einwilligung modifiziert.

Diecast-Modelle

Sammelbegriff für Grossserien-Modelle aus Zinkdruckguss. Das Metall ist eine Legierung aus Zink (dominierend), Magnesium und Aluminium, manchmal unter Zugabe von Kupfer. Andere Bezeichnung: "Zamac". Die Formen bestehen aus hartem Stahl und sind sehr kostspielig. Deshalb ist eine Produktion von Diecast-Modellen nur bei hohen Stückzahlen rentabel. Aus dem gleichen Grund werden Kleinteile bei diesen Modellen in der Regel nicht aus Metall, sondern aus Plastik nachgebildet, damit die Produktionskosten nicht zu hoch werden.

Erhaltungszustand eines Modells

Um den Zustand eines Sammlermodells zu beurteilen, wird seit langem eine einheitliche Bewertungsskala angewendet. Die wichtigsten fünf Stufen sind: Ebenfalls gebräuchlich sind die Bezeichnungen Near Mint & Boxed (NMB), Very Slightly Chipped (VSC; zwischen NM und SC) oder Chipped (C). Manchmal wird zur Beschreibung des Zustands eines Modellautos auch eine Zehnerskala verwendet, die von C1 (sehr schlecht) bis C10 (perfekt) reicht.

Ersatzteile

Ersatzteile für Modellautos bestellt man am besten direkt beim Hersteller oder beim Importeur. Auf der Linkseite sind die Websites vieler Modellauto-Hersteller zu finden, die in der Regel auch Kontaktadressen enthalten. Eine Liste mit Adressen der Vertretungen verschiedener Hersteller in Deutschland ist auf der Website "Modellautomobile" zu finden, in der Schweiz sind Arwico und Tek-Hoby die wichtigsten Importeure von Modellautos verschiedener Marken. Für ältere Modellautos bieten spezialisierte Firmen nachgegossene Teile oder Ersatzreifen an, z.B. MK Modelcarparts in den Niederlanden oder Diecast Toyguy in Kanada.

Fälschungen

Auch das gibt's in der Modellauto-Szene. Da seltene Modelle, vor allem der beliebten Marken Matchbox und Bburago, zu sehr hohen Preisen gehandelt werden, haben sich einige Betrüger auf das Umlackieren oder Neubekleben von billigeren Serienmodellen spezialisiert. Diese Modelle werden dann aus zweiter Hand zu überteuerten Preisen angeboten. Der Sammlerwert von gefälschten Modellen ist gleich Null.

gefälschte Bburago-Modelle
Gefälschte Bburago-Modelle (Bugatti und Ferrari
mit Tabakwerbung, Porsche 356 Polizei)


Ältere umlackierte Bburago-Modelle können in der Regel recht einfach entlarvt werden: Da Bburago die Modelle lange Zeit mit geschlossenen Türen und Hauben lackierte, befindet sich auf den von diesen Teilen bedeckten Karosserieoberflächen nur wenig Farbe - ein Effekt, der bei der Umlackierung kaum zu imitieren ist.

Gefälschte Matchbox-Yesteryear-Modelle erkennen Fachleute oft an den manipulierten Nieten. Bei Fachhändlern (einige sind sogar auf Matchbox-Produkte spezialisiert) ist zudem Literatur über die verschiedenen Yesteryear-Varianten erhältlich, die bei der Beurteilung eines seltenen Modells weiterhelfen kann.

Gefälschte, mit Farbkopierern hergestellte Schachteln von frühen Yesteryear-Modellen sind oft am zu festen und innen viel zu hellen Karton zu erkennen. Ausserdem sind die dunkelvioletten Flächen der Original-Schachteln bei den Kopien meist schwarz.

Fotoätzteile

Mit Fotoätztechnik hergestellte Kleinteile für Details wie Kühlergrills, Speichenräder, Türgriffe, Fensterrahmen oder Scheibenwischer. Die Teile werden zuerst in vergrössertem Massstab gezeichnet, die Vorlage wird verkleinert und fotografisch auf eine 0,15 bis 0,3 Millimeter dünne Blechplatte aus Stahl, Messing oder Neusilber übertragen. Danach werden die Teile in einem Säurebad aus den Blechen herausgeätzt. Die Fotoätztechnik ermöglicht filigranere Details als die herkömmliche Gusstechnik, ist jedoch kostspielig und blieb deshalb lange auf Kleinserienmodelle beschränkt. Seit der Mitte der 90er-Jahre wenden aber auch immer mehr Grossserien-Produzenten dieses Verfahren für Sammlermodelle im Massstab 1:43 an.

Fotoätzteile Platinen mit Fotoätzteilen von Automobilia aus Deutschland


Geschichte der Modellautos

Schon kurz nach den ersten Originalen tauchten auch die ersten Modellautos auf. In Deutschland produzierten etwa Märklin, Bing oder Carette bereits kurz nach 1900 aufwendige Nachbildungen von Automobilen aus Blech. Diese Modelle - als Spielzeug für die Söhne wohlhabender Eltern gedacht - waren in grösseren Massstäben gehalten und verfügten über ein Federwerk oder gar einen Dampfmotor. Auch nach dem ersten Weltkrieg wurden in ganz Europa grosse Blechmodelle mit vielfältigen Funktionen hergestellt. Berühmt wurden etwa die originalgetreuen Modelle in den Massstäben 1:8 bis 1:11, die die französische Automobilfirma Citroën in den 20er-Jahren nach Vorbildern aus ihrem aktuellen Angebot anfertigen liess, oder die ab 1936 hergestellten Blechautos der deutschen Firma Schuco mit Funktionen wie Wendeautomatik am Tischrand (Wendelimousine), Aktivierung des Federwerks durch einen Lufthauch (Kommando-Auto) oder Viergang-Getriebe (Examico).

offener Tourenwagen von Carette, ca. 30 cm "Examico" von Schuco
offener Tourenwagen von Carette, ca.
30 cm, um 1914
"Examico" von Schuco, hergestellt von 1936 bis 1959

Günstiger als die Blechautos waren Modellautos in kleineren Massstäben aus Bleiguss und später Zinkdruckguss (Diecast-Modelle). Eine der ersten Firmen, die dieses Material für Spielzeugautos benutzte, war der amerikanische Hersteller Tootsietoy mit Bleiguss-Modellen ab 1911 und Zinkdruckguss-Modellen ab 1933. In den 30er-Jahren begann die Produktion von Diecast-Modellen, die zur Modelleisenbahn der Spurweite 0 (Massstab ca. 1:43) passten, unter anderem bei Solido (Frankreich, ab 1932), Dinky Toys (England/Frankreich, ab 1934) und Märklin (Deutschland, ab 1935). Nach dem zweiten Weltkrieg folgten die äusserst erfolgreichen britischen Firmen Matchbox (ab 1948) und Corgi (ab 1956).

Mack AC Kohlelastwagen von Tootsietoy Royal Air Mail Service Car von Dinky Toys
Mack AC Kohlelastwagen von Tootsietoy, um 1928 Royal Air Mail Service Car von Dinky Toys England, 1934

In den 50er-Jahren hatten Modellautos aus Blech noch immer eine starke Marktposition. Die wichtigsten Herstellerländer waren Deutschland (z. B. Gama, Schuco) und in immer stärkeren Ausmass Japan (z. B. Bandai). Durch die steigenden Kosten der Blechproduktion, die mit viel lohnintensiver Handarbeit verbunden war, gerieten jedoch immer mehr Hersteller von Blechautos ab 1960 in eine Krise. Hinzu kam, dass die Nachfrage nach Blechmodellen mit vielen Spielfunktionen sank, da mit Autorennbahnen, Plastikbausätzen und später funkferngesteuerten Autos neue Konkurrenz aufgetaucht war. Manche Blechproduzenten versuchten sich an Funktionsmodellen im neuen Werkstoff Plastik, andere begannen mit der Herstellung von Diecast-Modellen, und viele schlossen ihre Tore für immer.

Citroën ID 19 von Osul Lancia Flaminia Coupé von Solido
Citroën ID 19 von Osul aus Plastik, Massstab 1:22, 60er Jahre Lancia Flaminia Coupé von Solido, Massstab 1:43, 1961

In den 60er-Jahren beherrschten die Hersteller von Diecast-Modellen im Massstab 1:43 aus Grossbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland den Modellauto-Markt. Ihre Modelle wurden immer detaillierter und originalgetreuer: Corgi stellte ab 1956 Modelle mit Verglasung und Inneneinrichtung her, Solido führte die funktionstüchtige Federung (1957 beim Jaguar D-Type) und bewegliche Türen (erstmals beim Lancia Flaminia Coupé von 1961) ein, und auch Tekno aus Dänemark und die italienischen Firmen Politoys, Mebetoys und Mercury präsentierten äusserst aufwändige Modelle. In den 70er-Jahren wurden die Modellautos im Massstab 1:43 wieder einfacher: Typgerechte Felgen auf Gummireifen wurden durch einteilige, auf Schnelllaufachsen angebrachte Plastikräder ersetzt. Dies erhöhte den Spielwert und half Kosten sparen, zumal auch viele Diecast-Hersteller in der Rezession der 70er-Jahre in wirtschaftliche Probleme gerieten.

Innocenti Mini 90 von Mebetoys BMW 635 CSi von Bburago
Innocenti Mini 90 von Mebetoys, Massstab 1:43, 1976 BMW 635 CSi mit Skiern von Bburago, Massstab 1:24, 1984

In den 70er-Jahren setzte aber auch - zuerst in Italien - ein Trend hin zu grösseren Diecast-Modellen ein: Firmen wie Bburago, Polistil und Mebetoys präsentierten detailreiche und relativ preiswerte Modelle in den Massstäben 1:24/25 und bald darauf auch 1:16/18. Diese Modelle hatten zwar ausser zu öffnenden Türen und Hauben kaum Spielfunktionen, erfüllten aber mit ihrer originalgetreuen Ausführung den anscheinend auch nach dem Ende des Blech-Zeitalters noch bestehenden Bedarf an hochwertigen Modellautos in grösseren Massstäben. Für solche Modelle interessierten sich auch immer mehr erwachsene Sammler.

Maserati Birdcage von Metal 43 Alfa Romeo 155 V6 TI von Minichamps
Maserati Birdcage, Kleinserienmodell im Massstab 1:43 von Metal 43, um 1980 Alfa Romeo 155 V6 TI von Minichamps, Massstab 1:43, 1995

In den 80er und vor allem den 90er-Jahren reagierte der Markt auf diese Entwicklung. Neue Direktversender und auf Modellautos spezialisierte Fachgeschäfte kamen den Bedürfnissen der erwachsenen Kundschaft entgegen, und immer mehr Hersteller boten Modelle mit geringem Spielwert, aber hoher Detailtreue an, die nicht mehr für einen Einsatz in Kinderzimmer und Sandkasten, sondern als Schmuckstück fürs Wohnzimmer gedacht waren. Bereits in den 70er-Jahren hatten sich Hersteller von Kleinserienmodellen aus Resin und Weissmetall sowie einzelne industrielle Produzenten wie Rio und Brumm mit ihren Produkten vor allem an erwachsene Sammler gerichtet. Ab 1990 machten dann neue Anbieter wie Minichamps dieses Konzept mit immer besseren Modellen populär. Mit der besseren Detaillierung stiegen aber auch die Preise, und zahlreiche Hersteller verlegten ihre Produktion aus Kostengründen in den Fernen Osten. Das Angebot an detaillierten Sammlermodellen wurde immer grösser, wobei heute weltweit die Modelle in den Massstäben 1:18 und 1:43 am weitesten verbreitet sind. Während im kleineren dieser beiden Massstäbe die grösste Vielfalt an Modellen herrscht, erreichen Modelle im Massstab 1:18 wegen der noch höheren Detailtreue und der repräsentativen Grösse gegenwärtig die besten Verkaufszahlen.

Saab Sonett II von Neo MP Lafer aus der "James Bond Collection"
Saab Sonett II von Neo aus Resin, Massstab 1:43, 2012 MP Lafer aus der Sammelserie "James Bond Collection", Massstab 1:43, 2009

Ein neuer Trend in verschiedenen Märkten ist seit dem Jahr 2000 das Aufkommen von Sammelserien mit preiswerten, aber gut detaillierten Diecast-Modellen. Diese Modelle werden entweder am Kiosk oder im Abonnement verkauft und sollen offensichtlich neue Zielgruppen für das Hobby erschliessen. Ausserdem erschienen neue Produzenten wie Spark und Neo, die an der Schnittstelle zwischen Gross- und Kleinserienproduktion angesiedelt sind. Sie stellen in China hoch detaillierte Modelle aus Resin in grosser Vielfalt her, die in ihrer Machart an europäische Kleinserienmodelle erinnern, aber wesentlich günstiger angeboten werden. Verschiedene traditionelle Kleinserienproduzenten haben als Folge dieser verschärften Konkurrenz bereits ihre Produktion eingestellt. Im Massstab 1:18 sind hoch detaillierte Modelle in einem höheren Preissegment in den vergangenen Jahren wichtiger geworden, aber auch die Qualität der günstigen Modelle in diesem grossen Massstab hat sich markant verbessert.

Über die Entwicklung der Modellauto-Industrie in den einzelnen Ländern gibt die Seite "Modelle aus aller Welt" Auskunft.

Kleinserienmodelle

Modelle, die ausschliesslich für den Sammlermarkt gedacht sind. Sie werden in kleiner Auflage von Hand gefertigt, in der Regel aus Resin oder Weissmetall. Mit Abstand am weitesten verbreitet bei Kleinserienmodellen ist der Massstab 1:43, doch gibt es auch Modelle in den Massstäben 1:24 und grösser, ebenso in 1:76 oder kleiner; eines der ersten Kleinserienmodelle aus Weissmetall im Massstab 1:43 war der Ferrari 250 GTO aus der Reihe Marc Europa, hergestellt 1964 vom Engländer Brian Jewell in ungefähr 100 Exemplaren. Zu den Pionieren in diesem Feld zählen auch weitere englische Modellbauer wie John Day oder Mike und Sue Richardson (Mikansue) Anfang der 70er-Jahre. Bald darauf folgten Hersteller aus Italien und Frankreich.

Literatur

Über Modellautos gibt es diverse Bücher. Die folgende Liste bietet nur einen unvollständigen Überblick über die neuere und bekanntere Fachliteratur, die sich vor allem mit der Geschichte und den Modellen einzelner Hersteller befasst. Bezugsquellen sind einerseits Modellauto-Fachgeschäfte (z. B. Modelauto), andererseits der gut sortierte Buchhandel und Online-Buchversender wie Amazon.

Braun & Cordes, Internationales Lexikon der Modellautos Braun, Ferrari-Modelle Force, Dinky Toys

Modellautos allgemein Deutsche Modellauto-Hersteller Britische Modellauto-Hersteller Amerikanische Modellauto-Hersteller Französische Modellauto-Hersteller Italienische Modellauto-Hersteller Modellauto-Hersteller aus anderen Ländern Modellautos bestimmter Vorbildmarken Andere Themen
Interessante Informationen zum Thema liefern auch die verschiedenen Modellauto-Zeitschriften. Eine Auswahl:

Deutschland

Modell-Fahrzeug
Modell-Fahrzeug
 
Caramini
Caramini
 
modell magazin
modell magazin
(2015 eingestellt)
 

Grossbritannien

Diecast Collector
Diecast Collector
Model Auto Review
Model Auto Review
Model Collector
Model Collector
 

USA

DieCast X
DieCast X
 
The Car Room
The Car Room
 
Toy Cars & Models
Toy Cars & Models
(2007 eingestellt)
 

Frankreich

Argus de la miniature
Argus de la miniature
Automodélisme
Automodélisme
Minauto mag'
Minauto mag'
Passion 43ème
Passion 43ème

Italien

Miniauto & Collectors
Miniauto & Collectors
Modelli Auto
Modelli Auto
Quattroruotine
Quattroruotine
 

Niederlande

Auto In Miniatuur
Auto In Miniatuur
Modelauto
Modelauto
   

Spanien

Mini Auto
Mini Auto
     

Australien

The Diecast Magazine
The Diecast Magazine
     

Japan

MiniCarFAN
MiniCarFAN
model cars
model cars
   

Russland

Avtomobilny Modelizm
Avtomobilny Modelizm
     


Weitere Informationen sind im Internet auf den Websites von anderen Sammlern, Clubs oder Fachzeitschriften zu finden. Einen Überblick bietet meine Linkseite.

Massstab

Modellautos in den Massstäben kleiner als 1:87 werden heute meist nur als Zubehör zur Modelleisenbahn betrachtet. In Deutschland sind die Modelle im Massstab 1:87 (passend zur Modellbahn mit der Spurweite H0) das grösste Marktsegment (bekannte Hersteller: Wiking, Herpa, Brekina, Rietze). Modelle von Personenwagen sind in diesem Massstab im Durchschnitt etwa 5 Zentimeter lang. Zahlreiche Spielzeugmodelle sind in verschiedenen eher kleineren Massstäben zwischen 1:55 und 1:76 gehalten ("3-Inch-Modelle", ca. 7,5 Zentimeter lang: Matchbox, Hot Wheels, Siku, Majorette), doch steigt auch die Zahl von gut detaillierten Diecast-Modellen in Massstäben wie 1:64 (besonders beliebt in den USA), 1:72 und 1:76 (Modelle in dieser Baugrösse passen zu den britischen Modelleisenbahnen der Spurweite 00 und sind deshalb vor allem in Grossbritannien populär). Der weltweit am weitesten verbreitete Massstab für Modellautos ist aber 1:43 (Länge ca. 10 Zentimeter). Modelle dieser Baugrösse passen zu der (in früheren Zeiten weit verbreiteten) Modelleisenbahn mit der Spurweite 0. Modelle von Nutzfahrzeugen (Busse, Lastwagen, Baumaschinen) sind oft im Massstab 1:50 gehalten. Der Massstab 1:35/1:36 wurde in den 70er- und 80er-Jahren bei englischen Herstellern (Corgi, Dinky Toys) und bei Werbemodellen der Firma Mercedes-Benz genutzt, während der Massstab 1:32 - früher eine beliebte Modellbau-Grösse - heute nur noch im Slotracing-Bereich und bei Modellen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen von Bedeutung ist. Bei grösseren Fertigmodellen war in den 70er- und 80er-Jahren die Baugrösse 1:24/1:25 (Länge ca. 18 Zentimeter) sehr beliebt. Dieser Massstab ist nach wie vor die wichtigste Grösse bei Plastikbausätzen und hat auf dem amerikanischen Markt und bei Kleinserienmodellen einige Bedeutung. Der Erfolg der italienischen Firma Bburago mit ihren Grossmodellen im Massstab 1:18 (Länge ca. 25 Zentimeter) hat indes dazu geführt, dass heute eine ganze Reihe anderer Grossserienproduzenten Grossmodelle in 1:18 anbieten. In den Massstäben grösser als 1:18 sind bisher erst vereinzelte Fertigmodelle für Sammler entstanden.

Modellauto-Hersteller

Modellautos wurden und werden von Firmen aus aller Welt hergestellt. Die meisten Modelle entstehen heute in China, teilweise von Firmen aus Europa, Amerika und Australien, die aus Kostengründen im Fernen Osten produzieren, teilweise auch von chinesischen Firmen. Daneben gibt es aber nach wie vor auf der ganzen Welt Modellauto-Hersteller, die ihre Produkte in ihrem eigenen Land fertigen lassen. In der folgenden Liste sind alle Hersteller aufgeführt, die in meiner Sammlung vertreten sind. Mit einem Klick auf den Markennamen können Informationen über die Firma und Bilder ihrer Modelle abgerufen werden.

Westeuropa Osteuropa und ehemalige Sowjetunion Nord- und Südamerika Asien Afrika Australien und Ozeanien Links zu Hersteller-Websites sind auf meiner Linkseite abrufbar.

Pflege von Modellautos

Verstaubte Modelle reinigt man am besten mit einem feinen und weichen Pinsel. Auf diese Weise werden Kleinteile und Aufkleber (Decals) nicht beschädigt. Verschmutzte Modelle bringt man mit einem weichen Tuch wieder sauber. Bei stärkeren Verschmutzungen kann man das Tuch ganz leicht anfeuchten, eventuell mit lauwarmem Seifenwasser. Schwer zugängliche Stellen erreicht man am besten mit Wattestäbchen. Auf gar keinen Fall sollte man aber über Decals wischen. Die deutsche Firma Momira hat spezielle Reinigungsanlagen für Modellautos entwickelt, die gemäss Testberichten recht gute Resultate erzielen. Für Modelle mit filigranen Kleinteilen sind die Anlagen allerdings weniger geeignet - bei solchen Modellen ist grösstmögliche Vorsicht geboten.

Resin (Resine)

Zweikomponenten-Kunstharz. So wird die Polyurethan-Giessmasse bezeichnet, die zur Herstellung von Kleinserienmodellen verwendet wird. Der Werkstoff erlaubt im Vergleich zu Metall die Herstellung von weniger teuren und komplexeren Formen. Die Formen, die aus weichem Gummi bestehen, werden aber stärker abgenützt und können deshalb nur für eine begrenzte Zahl von Abgüssen verwendet werden.

Resin-Modell Bausatz und Fertigmodell eines Rumpler Tropfenwagen aus Resin von Budig, Deutschland


Sammelserien (Kiosk-Modelle)

Sammelserien sind periodische, meist 14-täglich erscheinende Publikationen, die an Kiosken oder im Abonnement verkauft werden. Jeder Teil der Serie wird zusammen mit einem Sammelobjekt geliefert. Dieser Vertriebsweg hat mehrere Vorteile: Zunächst einmal handelt es sich dabei um eine Marketing-Strategie, die die Sammler dazu bringen soll, möglichst alle Teile der Serie zu erwerben. Damit ein Abonnement der ganzen Serie besonders attraktiv erscheint, gibt es deshalb meist auch zusätzliche exklusive Geschenke für Abonnenten. Ausserdem können die Sammelobjekte zusammen mit einer Zeitschrift zu vergleichsweise günstigen Preisen verkauft werden, da sie unter die tieferen Mehrwertsteuersätze für Presseprodukte fallen: Offiziell wird nur die Zeitschrift verkauft, und das zusammen mit der Zeitschrift gelieferte Objekt gilt als "Geschenk". Schliesslich zielt der Verkauf von Sammlerstücken am Kiosk statt in Fachgeschäften darauf ab, neue Sammler für ein Hobby zu gewinnen. Die erste Ausgabe einer solchen Sammelserie wird normalerweise zu einem Lockvogelpreis verkauft, die zweite Ausgabe ist schon etwas teurer, und ab der dritten Ausgabe muss der reguläre Preis bezahlt werden.

Als Sammelobjekte werden in diesen Serien z.B. Filme auf DVD, Figuren, Spielwaren und viele andere Artikel angeboten, aber natürlich auch Modellautos. Die ersten Sammelserien mit Modellautos erschienen Ende der 90er-Jahre und wurden besonders in Frankreich, Spanien und Italien rasch populär. In Nordeuropa und anderen Teilen der Welt sind Modellauto-Serien, die an Kiosken verkauft werden, aber eine Seltenheit geblieben. Die wichtigsten Anbieter von Sammelserien kommen denn auch aus Südwesteuropa: Altaya (in Spanien und Frankreich), Del Prado und Salvat (in Spanien), Atlas und Hachette (in Frankreich), De Agostini und Fabbri (in Italien).

"Collection Peugeot" von Hachette"Auto della Polizia" von Fabbri
Titelblätter von Zeitschriften aus Sammelserien: Peugeot 201 Coupé von Hachette ("Collection Peugeot", Nr. 19, November 2006) und Volvo S80 der isländischen Polizei von Fabbri ("Auto della Polizia", Nr. 42, Januar 2005). Ein Klick auf das Titelblatt führt zu einem Foto des Modellautos.

Die mittlerweile erschienenen Modellauto-Serien decken viele verschiedene Sammelgebiete ab: Strassenfahrzeuge bestimmter Marken oder aus bestimmten Ländern, Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge, Renn- und Rallyewagen, Autos aus Filmen oder Comics, Lieferwagen oder Traktoren. Normalerweise besteht eine Serie aus 30 bis 80 Modellen, es gab aber auch schon Serien mit mehr als 200 Modellen. Andererseits kann eine Serie auch bereits nach wenigen Ausgaben gestoppt werden, wenn sie sich nicht als erfolgreich erweist. Die Modelle sind meistens im Massstab 1:43 gehalten, es wurden aber auch schon Modelle in anderen Massstäben zusammen mit Zeitschriften ausgeliefert, sogar in 1:18. Die wichtigsten Hersteller solcher Modelle sind Norev, Solido, Ixo und Universal Hobbies, weitere Modelle für Sammelserien wurden unter anderem auch von Hongwell Cararama oder Starline Models produziert. In vielen Serien sind sowohl Modelle aus bekannten Formen wie auch neu entwickelte Modelle zu finden, letztere werden manchmal später auch ins reguläre Programm des Herstellers aufgenommen. Die Modelle aus den Sammelserien sind meist etwas weniger detailliert als die regulären Modelle des gleichen Herstellers (weniger Bedruckungen, Plastik- anstelle von Fotoätzteilen für Details wie Speichenräder oder Scheibenwischer, einfachere Bodenplatten), aber wegen ihres wesentlich günstigeren Preises können sie für Sammler trotzdem attraktiv sein.

Links zu Websites mit weiteren Informationen zu Sammelserien sind auf meiner Linkseite abrufbar.

Weissmetall

Modelle aus Weissmetall bestehen aus einer (von den Herstellern geheimgehaltenen) Legierung aus Zinn, Blei und Antimon. Die Giessformen zur Herstellung sind aus Hartgummi. Weissmetall-Modelle sind schwerer als Diecast-Modelle und werden von Hand und in kleinen Serien hergestellt (siehe Kleinserienmodelle).

Weissmetall-Modell Bausatz und Fertigmodell eines Pegaso Z102 aus Weissmetall von Tin Wizard, Deutschland


Werbemodelle (Industriemodelle)

Modelle, die für einen Auftraggeber hergestellt wurden und in der Regel nicht im Fachhandel erhältlich sind. Häufig werden diese Modelle vom Hersteller des Originals als Werbeträger eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel sind die amerikanischen Promotionals, Plastikmodelle im Massstab 1:25, die von den späten 40er- bis in die 90er-Jahre von Firmen wie AMT, MPC und Jo-Han und später von Ertl und Brookfield hergestellt wurden und bei den Händern der US-Automobilfirmen erhältlich waren. Beliebt sind aber auch speziell bedruckte Modelle von Last- und Lieferwagen, die für bestimmte Firmen werben.

Chevrolet El Camino von MPC Mercedes-Benz Actros von Top-Style
Werbemodell des Chevrolet El Camino, Baujahr 1979, von MPC Mercedes-Benz Actros von Top-Style, ein Werbemodell für Conrad


Zinkpest

Korrosion von Modellen aus Zinkdruckguss (Diecast-Modelle) aufgrund von schlechter Qualität der verwendeten Metall-Legierung. Die Modelle bekommen Risse, Ausbrüche, in extremen Fällen zerfallen sie ganz. Zinkpest tritt meist bei Modellen auf, die vor 1970 entstanden sind. Später wurden durchweg bessere Metall-Legierungen verwendet. Ein Patentrezept zur Verhinderung von Zinkpest gibt es nicht. Es wird aber empfohlen, ältere Modelle vor dem Kauf genau auf Risse zu untersuchen sowie extreme Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Zinkpest Durch Zinkpest zerstörtes Modell eines Lamborghini Jarama von Politoys (1972) neben einem intakten Modell


Quellen der Abbildungen auf dieser Seite: Rollo's Modellautohomepage, Amazon, Ebay, Brumm, Schuco, Tin Wizard, die Zeitschriften "Modell-Fahrzeug" und "Quattroruotine".

Inhalt | Quellenverzeichnis | Beginn dieser Seite