Estland

Zu Sowjet-Zeiten stellte Norma, eine grosse Fabrik in der estnischen Hauptstadt Tallinn, Haushaltgeräte und Bauteile für die Autoindustrie, aber auch Plastikspielzeug und viele andere Produkte her. Neben anderen Spielzeugautos und Nutzfahrzeugen umfasste das Programm mehrere grosse Plastikmodelle nach Vorbildern der ebenfalls in Tallinn vom Betrieb TARK hergestellten Estonia-Rennwagen: vier Einsitzer aus der sowjetischen Formel-1600-Rennserie und einen Go-Kart. Gleich wie ihre Vorbilder wurden diese Modelle in den 70er- und 80er-Jahren herausgebracht, auf den Bodenplatten steht folglich normalerweise noch "Made in USSR". Doch auch nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 wurden in der nördlichsten baltischen Republik Modellautos gefertigt: Zu Beginn der 90er-Jahre wurden nämlich einige der Formen für die von finnischen Firmen wie Stahlberg als Werbemodelle hergestellten Plastikautos in den Massstäben 1:20 und 1:25 nach Estland und Russland verkauft. In der Folge wurden die Modelle des VW Golf, des Mercedes-Benz 200 T sowie des Saab Lancia 600 für einige Zeit in Estland weiterproduziert. Seit 2002 stellt Rein Rammus aus Tallinn unter dem Namen Kit Toys detaillierte Kleinserienmodelle im Massstab 1:43 nach seltenen VW-Vorbildern her. Ihre Besonderheit ist das ungewöhnliche Material: Sie sind aus Papier und Karton gefertigt. Neben den Plastikmodellen von Norma gibt es ein Modell nach einem estnischen Vorbild vom ukrainischen Kleinserienhersteller Vector Models: Diese Firma hat einen Estonia-Rennwagen aus den 60er-Jahren als Resin-Modell im Massstab 1:43 nachgebildet. Ende 2013 brachte De Agostini zudem ein Modell des Estonia 21M aus Diecast im Massstab 1:43 in einer russischen Sammelserie heraus.

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