Brasilien

Nutzfahrzeugmodelle aus Diecast in den Massstäben 1:43 und 1:50 wurden in den 1970er- und 1980er-Jahren in Brasilien von Arpra (Modellreihe Supermini), Jue und Minibrindes hergestellt. Und so wie die einheimische Automobilindustrie aus europäischen und amerikanischen Firmen besteht, die in Brasilien abgeänderte Modelle für den südamerikanischen Markt herstellen, haben auch einige brasilianische Automodelle ihre Wurzeln in Europa: Die Firma REI übernahm um 1980 alte Formen von Schuco und Siku aus Deutschland, Kiko produzierte zur gleichen Zeit Wiederauflagen von französischen Norev- und Majorette- sowie britischen Corgi-Modellen, der französische Modellautohersteller Solido liess in den 1970er-Jahren Miniaturen in Brasilien fertigen (darunter auch drei Typen, die in Frankreich nie produziert wurden: VW Käfer, Chevrolet Opala, Buggy Draco), und Herpa stellte von 1991 bis 2000 Wiederauflagen von älteren deutschen Modellen aus Plastik im Massstab 1:87 her. Bereits ab Mitte der 1960er-Jahre hatte Roly Toys neben Matchbox-Modellen in Lizenz auch eigene Automodelle im angenäherten Massstab 1:64 gefertigt. Ungefähr zur gleichen Zeit brachte ATMA detaillierte Nachbildungen von DKW-Typen im Massstab 1:24 und weitere Plastikmodelle in grösseren Massstäben heraus. Verschiedene weitere Hersteller, darunter Estrela und Mimo, produzierten Spielzeugautos aus Plastik. Einfache Plastikmodelle in grossen Massstäben von aktuellen Nutzfahrzeugen und brasilianischen Fiat-Typen werden noch heute von Roma Brinquedos hergestellt. Der Kleinserienhersteller Modeline stellte ab den 1990er-Jahren Auto- und Lastwagen-Modelle aus Weissmetall in verschiedenen Massstäben her, meist nach brasilianischen Vorbildern. Automodelli brachte mehrere detaillierte Modelle aus Resin in den Massstäben 1:24, 1:43 und 1:64 heraus. Mehrere weitere Produzenten (AMD, Iritani, Alfa, Red Five, RTN) haben sich auf Formel-1-Rennwagen aus Resin im Massstab 1:20 spezialisiert, die in begrenzten Stückzahlen hergestellt und meist als Bausätze verkauft werden. Von den Formel-1-Wagen von Copersucar gab es Modelle von Polistil aus Italien, von Galgo aus Argentinien und von verschiedenen Kleinserienherstellern. Unter dem Namen "Clássicos nacionais" brachte die zum Globo-Konzern gehörende Zeitung Extra Anfang 2010 eine Sammelserie mit brasilianischen Autos im angenäherten Massstab 1:43 heraus. 2011 startete Altaya eine Serie mit klassischen brasilianischen Autos exakt in 1:43. Einzelne Modelle nach brasilianischen Vorbildern (Willys Interlagos, MP Lafer) sind auch in europäischen Sammelserien erschienen.